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AKTUELLES   31                                                                                  29. 11. 2022

 

Liebe Freundinnen und Freunde !

Kurz nach dem dritten Geburtstag des No10 kultursalons am 16. November blicken wir erstaunt und voller Freude auf dessen Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart. In diesem Monat haben wir vor lauter Betriebsamkeit, und auch durch Ereignisse des ganz normalen Lebens abgelenkt, dieses Jubiläum ganz unfeierlich vorübergehen lassen. Wir hätten sonst allen, die in der einen oder anderen Weise an unserer Initiative Anteil genommen und mitgewirkt haben, ganz pünktlich und herzlich gedankt. Das holen wir hiermit um so herzlicher nach und versuchen uns dadurch erkenntlich zu zeigen, dass wir einfach weiter machen und euch zu unserem Dezemberprogramm einladen.

Diese Termine finden - Juchhuuuuh ! - sämtlich als Präsenzveranstaltungen in der Nornenstraße 10 statt. In der Hoffnung, dass Ihr, wie bisher schon, in großer Zahl dabei sein wollt, möchten wir zur Planung jetzt immer um eine kurze Nachricht zur Anmeldung bitten. (Email: info@no10-kultursalon-wichlinghausen.de) 

Auch wenn der No10 kultursalon sonst kaum mit dem „Kirchenjahr“ resoniert, wollen wir doch an die Tradition des Adventskalenders anknüpfen und so auch allen, denen wir aktuell nicht in unserem Home begegnen, auf unserer Homepage täglich hinter’m Türchen einen kleinen Gruß entbieten. Einfach klicken!

 

So wünschen wir euch und uns eine gute letzte Runde in diesem Jahr!

Felictas und Herbert

Donnerstag, 8.12., 19.30 Uhr

Gespräche um Frieden und Krieg

In früheren Projekten hatten wir bereits mit Beiträgen zum Kriegsende 1945, über Anna Haag und Bertha von Suttner über Pazifismus gesprochen. Seit dem 24. Februar, als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine in eine neue Phase ging, wird in der deutschen Öffentlichkeit kontrovers über Haltungen und Handlungen im Zusammenhang mit diesem Krieg debattiert. Im privaten Umfeld werden Erschrecken, Verzweiflung, Empörung und oft auch eine große Verunsicherung geäußert.

Mit einer Reihe von Gesprächsrunden, die bisher in Zoom-Form stattfanden, wollten wir nicht die allfälligen Talk-Runden reproduzieren, sondern möglichst auf einer prinzipielleren Ebene gemeinsam nachdenken. So haben wir uns beispielsweise mit Konzepten ziviler Verteidigung, mit Modellen der Konfliktforschung und mit friedensbezogenen Aspekten von Gefühlen und des persönlichen Verhaltens beschäftigt. Mit dieser Initiative kooperieren wir auch mit dem Literaturhaus Wuppertal. So entstand auch unser Vorschlag zum kommenden Termin, zu dem auch neu Hinzukommende herzlich eingeladen sind:

Wer möchte, kann einen kurzen literarischen Text als Gesprächgrundlage zu unserem Thema rund um Frieden und Krieg mitbringen und vorlesen.

Freitag, 9.12., 19 Uhr
Buchvorstellung durch den Autor und die Illustratorin:

Laubsägefisch – Maritime Seelen
Gedichte von Falk Andreas Funke mit Holzschnitten von Juliane Steinbach

Seepferdchen, Krake, Korallen und Schnecken tummeln sich in den Gedichten und gesellen sich zur Fantasiespezies des Laubsägefischs; Einsiedlerkrebs, Seeigel, ein die Menschen anklagender Hummer und sogar ein Anker sprechen zu uns, und ausgerechnet der tonnenschwere Wal bricht zu einer Reise ins All auf. Die Gedichte von Falk Andreas Funke leben von geistreichen Wortspielen, von hintergründigem Humor, von subLlen kriLschen Tönen und von Fantasie, die ebenso voller Überraschungen steckt wie die immer noch uner- forschten MeeresLefen. Es sind tatsächlich „mariLme Seelen“, die da zu uns sprechen und in denen wir uns hier und da durchaus wiedererkennen. Und beseelt erscheinen auch die Wesen, die Juliane Steinbach ihnen mit ihren aus- drucksstarken Farbholzschni7en gegenüberstellt. Die Fische mit zum Fressen aufgerissenen Mäulern wie jene, die sich im

Schwarm zusammendrängen, das Seepferdchen mit Sternenaugen wie der Kugelfisch mit dem PlasLkmüll im Bauch, der Hummer mit dem Boxhandschuh, ja sogar die Koralle, die sich im Wasser zu wiegen scheint. Indem sie den Gedichten von Falk Andreas Funke eigenständige und doch mit ihnen verbundene Arbeiten gegenüberstellt, schaY Juliane Steinbach einen Zwischenraum, der Lesenden und Betrachtenden einen as- soziaLven Freiraum eröffnet, in den jeder auf seine Weise abtauchen kann.“

Anne-Kathrin Reif

  • -  Falk Andreas Funke trägt aus seinen   Gedichten vor.

  • -  Es gibt eine Ausstellung von Holzschnitten aus dem Buch. Diese können auch erworben werden - nebenbei eine wunderbare, maritime Geschenk- idee zu Weihnachten!

    Juliane Steinbach erläutert die Technik des Holzschnitts.

  1. Montag, 12.12., 19 Uhr
    Buchvorstellung


  2. Das PEN-Zentrum Deutschland und die Armin T.Wegner Gesellschaft sind bei uns zu Gast: Tobias Kiwitt (Beirat des PEN-Zentrums), Ulrich Klan (Vorsitzender der ATWG) sowie weitere Autorinnen und Autoren, u.a. Ruth Löbner, Nadine Jansen, Stefan Seitz und Regine Radermacher le- sen aus dem Sammelband zum Weltttag der Menschenrechte:

     

  3. „Wer die Wahrheit spricht..., muss immer ein gesatteltes Pferd bereithalten.“ 

    Ein Menschenrechte-Lesebuch

    Mit einem Nachwort von Günter Wallraff

  4.  

    Als Hommage an die Allgemeine Erklä- rung der Menschenrechte und an Armin T. Wegner versammelt dieser Band Kurzgeschichten von 26 AutorInnen, die sich je einem Menschenrechtsartikel widmen.

    Die Unteilbarkeit der Menschenrechte spiegelt sich in diesem Lesebuch auf eine ganz besondere Weise wider.

Mittwoch, 14.12., 19 Uhr
Buchvorstellung

 

Gertrud Müllen: Der weite Weg zum Markt

Lesung mit Wolfgang Weil und Hans Werner Otto

Die Erinnerungen der Eifeler Bäuerin Gertrud Müllen, geb.1905, schildern nicht nur anschaulich das dörfliche Leben in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts mit seiner mühseligen Arbeit, den Bräuchen und sozialen Zwängen, sondern belegen auch den Wandel der regionalen Landwirtschaft im Zuge einer spät einsetzenden Industrialisierung.

Ihr Enkel Wolfgang Weil hat sie nach Tonbandaufzeichnungen 1985 aufgeschrieben und mit Erläuterungen versehen, Hans Werner Otto hat sie nun für die Veröffentlichung bearbeitet und aktualisiert.
Das Buch ist 2022 im Eifeler Literaturverlag erschienen.

„In ganz Lutzerath gab es keine Frau, die wusste, wie man Kinder hätte verhüten können. Ganz selten hatte ich mich mit jemandem unterhalten. Aber keine wusste etwas. Ich selber hatte schon das erste Kind im Leib, da wusste ich noch nicht, wie das darein kam. Ich hatte nur ganz grobe Umschreibungen gehört vorher. So dumm wurden wir gehalten!

Die Ärzte waren ja schon fanatisch,
aber ganz verrückt waren die Pastöre. Wenn da mal eine Frau zwei, drei Jahre kein Kind bekam, da kriegte die Frau bei der Beichte keine Sündenlossprechung.

Ja, die Frauen mussten schon was mitmachen. Da gab es Pastöre, da ist man fast gefres- sen worden im Beichtstuhl. Die Männer waren teilweise so niederträchtig, dass sie zu den Frauen, die in der Schwangerschaft Schmerzen hatten - oder bei der Geburt, sagten: "Wer die Lust hat, muss auch die Last tragen!" Die eigenen Männer! Aber auch manche Frauen waren nicht besser. Ich kenne eine Frau, der wurde bei der Geburt von ihrer Mutter hä- misch zugerufen: "Ja, Marlensche, rein gehen sie schnell, aber schwer wieder aus!"Die eigene Mutter!Wenn dann Missionare kamen, die waren am schlimmsten. Ja, es war übertrieben damals.“


AKTUELLES   30                                                                                  28. 10. 2022

 

Liebe Freundinnen und Freunde!

Mit einer Werkschau unseres kürzlich verstorbenen Freundes, des Künstlers Bernhard Reiffers (1937–2022) beteiligten wir uns auch in diesem Jahr wieder an der WOGA. In diesem Rahmen haben wir auch Lesungen von Gedichten aus Reiffers’ literarischem Schaffen angeboten. Sowohl die Arbeit an dieser Präsentation als auch die oft sehr persönliche Resonanz haben uns sehr berührt.

Unser Programm für den November enthält einige Einzelveranstaltungen und die Fortsetzung zweier Gesprächsreihen.

Außerdem steht das Projekt „Frauen-Reden – Frauen reden“ weiterhin für neue Beiträge offen. 

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No10_Aktuelles-30_Nov22 .pdf
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