rückblick

2020

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AKTUELLES  7                                                       24.07.2020                                                     

 

Liebe Freundinnen und Freunde des No10 kultursalons,

von unserem regenreichen Sommerort im Westen Irlands schicken wir euch viele Grüße.  Zwar macht der Kultursalon in der Nornenstraße eine Pause bis zum Oktober, aber mit unseren auswärtigen Aktivitäten und unseren Planungen zum Herbst/Winter bleibt er in einer kontinuierlichen Entwicklung. Wir haben dazu schon einige Beiträge parat, anderes ist noch im Werden. Daneben geben wir uns nach Möglichkeit den kulturellen Verlockungen unserer zweiten Heimat hin, die jedoch wegen der Pandemie vielfach gekürzt sind oder ausfallen. So mussten wir auf den Bloomsday (16. Juni) verzichten, weil uns nach unserer Einreise eine14-tägige Quarantäne ans Haus fesselte. Jedoch könnt Ihr paar Eindrücke vom Bloomsday des vorigen Jahres auf unserer Homepage unter dem Menupunkt „kultur in den zeiten von corona“ gewinnen.
https://no10-kultursalon.jimdofree.com/kultur-in-zeiten-von-corona/)

Ganz in unserer Nähe findet alljährlich das renommierte Clifden Arts Festival statt, das wohl auch in diesem Jahr stattfinden kann, jedoch mit reduziertem Programm. Wir hätten gerne mit einer zweisprachig angepassten Version unseres Kafkastücks daran teilgenommen und hatten dazu bereits Verbindungen geknüpft; jedoch unter den gegebenen Umständen konnte dies nicht ermöglicht werden.
https://www.clifdenartsfestival.ie

Unsere Herbsttermine in Wuppertal werden wir euch rechtzeitig mitteilen.
Heute aber wollen wir euch heiße Tipps zu ein paar anderweitigen Terminen geben, die uns aus dem Freundeskreis bekannt geworden sind:

1.

Am Montag, dem 27.07. wird auf WDR 5 zwischen 10 und 12 Uhr  im Rahmen von "Neugier genügt" u.a. der Beitrag "Wind und Sturm" gesendet, in dem Dieter Jandt u.a. ein Interview mit der Künstlerin Birgit Pardun über die Wirkung von Kunst und auch ihrer Kunst führt. So könnt Ihr über’s Radio zwei Personen erleben, die dem no10 kultursalon seit Beginn verbunden sind!

Dieses gilt auch für die im folgenden Hinweis genannten Vortragenden:

2.

Am 3. August findet die nächste Ausgabe der traditionellen "Werkstatt-Lesungen" des "VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller" in unserem Bezirk statt.

Anja Liedtke und Andreas Steffens werden sich dem Thema "Die asoziale Gesellschaft und ihre Überwindung“ widmen.

Andreas Steffens schreibt dazu: „die corona-krise hat mit ihrer wucht eine krise überdeckt, in der wir schon seit langem stecken. darauf wollen wir die aufmerksamkeit zurücklenken. denn in ihr treten die symptome der tieferliegenden gesellschaftlichen krise deutlich hervor.“
Ort: Insel e.V., im Cafe Ada in Elberfeld, I. Etage. Zeit: 03.08.2020 19:30. Freier Eintritt

3.

Die nächste Ausgabe des KARUSSELL erscheint in Kürze!

 

Wir wünschen Euch allen gute Gesundheit und beste Laune.

Eure
Felicitas und Herbert

Inis Ní, Roundstone Co. Galway, Irland

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AKTUELLES  6                                                     12.04.2020                         
 
Liebe Freundinnen und Freunde des No10 kultursalons,
trotz der Zwangspause für die persönlichen Begegnungen im kultursalon versuchen wir über unsere Webseite in Verbindung zu bleiben. 
 Dazu freuen wir uns weiterhin auf eure Vorschläge und auch Rückmeldungen. Auf der Website ist unter
kultur in den zeiten von coronaimmer wieder Neues zu besichtigen und auch das Lyriktelefon 0202 506870 ist weiterhin aktiv.
 
Wir hoffen, Ihr hattet schöne Ostertage!
Eure
Felicitas und Herbert

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 AKTUELLES  5                                                     27.03.2020 

 

Liebe Freundinnen und Freunde des No10 kultursalons,

wie geht es euch in der zweiten Woche der Corona-Auszeit

Hoffentlich seid Ihr alle gesund - und auch munter.

Für uns bringt diese Woche gleich fünf Terminausfälle, davon drei Theaterabende - davon einer Welttheatertag (siehe unten) !!!

Wir gewöhnen uns nolens volens an die Quarantäne, an die veränderten Bedingungen des Tätigseins und in Verbindung zu bleiben. Dazu freuen wir uns weiterhin auf eure Vorschläge und auch Rückmeldungen. Auf der Website ist unter

 „allerlei >>> kultur in den zeiten von corona“

schon etwas zu besichtigen und auch das Lyriktelefon 0202 506870 ist weiterhin aktiv. 

Also, in diesem Sinne bis bald!

 

Eure
Felicitas und Herbert

 

www.no10-kultursalon-wichlinghausen.de

 

 

 

 

27. März:   WORLD THEATRE DAY

 

... aber das Kostüm bleibt am Haken. 

 

Eigentlich sollten wir heute Abend in der Stadtbibliothek Wetzlar "Ein Bericht für eine Akademie" aufführen — Jedoch hat das Virus auch unseren  Beitrag zum Theaterleben verhindert. Das ist traurig für uns und die Wetzlarer. Aber für uns ist es keine Existenzfrage, keine Bedrohung "mit existentieller Wucht" wie Marlene Miliz in der taz vom 21.3. schreibt,  wie für hauptberufliche Kulturschaffende.In Wuppertal kann man sich z.B. unter www.stew.one über Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

 

 


 

AKTUELLES  4         22.03.2020

 

Die nächsten Termine:

Unter dieser Überschrift hätten wir gerne ein neues Angebot vorgestellt. Aber die Verhältnisse in der Pandemie sind leider nicht so. In unserer Küche würden bei dem gebotenen Abstand von mindestens 1,5 m zwischen den Personen weder An- zahl noch Wohlgefühl hinreichen, um einen erfreulichen Salonabend zu gestalten. Auch ein Salonabend mit Schutzkleidung hätte allenfalls einen bizarren Charme. Daher schließen wir uns mit großem Bedauern der allgemeinen Norm an und sa- gen alles ab, wo Menschen einander körperlich nah sind. So fällt als nächstes der geplante Theaterabend am 25. März aus und ebenso die Termine zur Quantenphy- sik und zur Philosophie; beide waren für den 31. März angekündigt.

 

Kultur in den Zeiten von Corona

Dieser uns aufgezwungene Verzicht muss aber nicht völligen Verlust bedeuten! Kultur in den Zeiten von Corona - das ist die aktuelle und neuartige Herausforde- rung. Wie diese Krise sich bereits in der Breite kulturell nicht nur destruktiv, sondern auch anregend auswirken kann, zeigt sich exemplarisch an der stark gestiegenen Nachfrage nach Albert Camus’ Roman Die Pest. Dieser kann ja als Plädoyer für Solidarität in der Katastrophe gelesen werden. Am Ende, als die Epidemie abklingt, gelangt der Chronist und Arzt Rieux zu der Aussage, dass man aus derartigen Heimsuchungen zumindest eines lernen könne, nämlich „dass es an den Men- schen mehr zu bewundern als zu verachten gibt“.

Dem schließen wir uns gerne an in der Gewissheit, dass Bewundernswürdigkeit für alle Menschen, die sich für den Kultursalon interessieren, zutrifft. Und umgekehrt scheint in dieser Krisenzeit auch eine Bereitschaft zur Wahrnehmung großer und kleiner Wunder in Natur und Kultur zu wachsen. Wir beide erfahren in der Kontakt- sperre, dass nicht nur das Mehr an Zeit, sondern auch ein offenerer Gemütszu- stand dazu führen, dass wir uns mit Musik, mit Büchern, überhaupt mit Lebens- kunst intensiver beschäftigen als im virenfreien Leben. Vielleicht erleben einige von Euch ähnliche Effekte oder wollen umgekehrt Anregungen erhalten. So könnten wir im Rahmen des Salons in einzelnen ausgewählten Schwerpunkten einen Aus- tausch organiseren. Dazu beginnen wir hier mit folgenden Vorschlägen:

 

Lyriktelefon 0202 50 68 70

Wenn jemandem gerade mal die Decke auf den Kopf fällt, so ruft uns an (- wir sind ja fast immer zu Hause -) und nennt das Stichwort „Lyriktelefon“. Wir haben eine kleine Auswahl von Gedichten vorbereitet, die für uns selbst zur Zeit besondere Bedeutung besitzen. Daraus liest, wer von uns gerade den Hörer abnimmt, ohne Umschweife der Anruferin, dem Anrufer eines vor.

Gerne können wir anschließend auch über dieses Gedicht reden.

 

Buchbesprechungen

Sicher habt Ihr in letzter Zeit Bücher gelesen, über die Ihr anderen etwas mitteilen könnt oder auch ein Urteil abgeben wollt. Es müssen nicht Werke sein, die sich di- rekt auf die Zeiten von Corona beziehen lassen. Wenn Ihr uns eine Rezension schickt, werden wir sie (unter Eurem Namen) auf unserer Webseite veröffentlichen. Entsprechendes gilt auch für andere Medien. So sind z.B. die Sendungen von WDR5 oder Deutschlandfunk oft ergiebig und bei vielen beliebt.

 

Hinweise

Für solche Sendungen oder anderweitige mediale Angebote, auch für soche, die noch in der Zukunft liegen, könnt Ihr uns einen Hinweis schicken, den wir (ebenso unter Eurem Namen) auf unserer Webseite veröffentlichen. Dies bietet die Chance, dass mehrere Leute sich etwa zeitgleich mit diesem Beitrag beschäftigen und an- schließend darüber austauschen können.

 

Wenn Ihr weitere Ideen dieser Art habt, lasst es uns wissen!

Wir sitzen auf dem Sofa, die Sonne scheint durch die Westfenster herein und wir wünschen ganz fest, dass Ihr gesund seid und bleibt und hoffen, dass wir uns nach den Einschränkungen wieder persönlich hier im No10 kultursalon begegnen können.

Herzliche Grüße,
Eure Felicitas und Herbert

www.no10-kultursalon-wichlinghausen.de

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quanten und andere rätsel  1. april  | 10 uhr

Geschlossene Gruppe – neue Beitritte auf Anfrage.
Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13

philosophie | 31. märz |  19 uhr

mit Andreas Steffens und Pjotr Szablewski
Philosophie und Technik
Um Anmeldung wird gebeten. Da die Teilnehmerzahl räumlich begrenzt ist, wird besonders gebeten, zeitig mitzuteilen, wenn eine Teilnahme trotz Anmeldung nicht möglich sein sollte.
Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13
Email: andreassteffens@gmx.net  Tel. 0152 / 09 81 67 31

 


theaterabend  |  25. märz  |  27. märz  |  3. apr

Franz Kafka: Ein Bericht für eine Akademie

Sie sind herzlich eingeladen, einer sehr besonderen Sitzung einer nicht näher bezeichneten Akademie beizuwohnen, irgendwann – sei es im Jahr 1917 oder 2019. Der einzige Tagesordnungspunkt ist der Bericht eines „gewesenen Affen“ über seinen fünfjährigen Lernprozess, der ihm Einlass in die „Menschengemeinschaft“ verschafft hat.

Für die Akademie wird dieser Bericht zwar "nichts wesentlich Neues beibringen" – und auch den hochverehrten Zuschauerinnen und Zuschauern wird die Rede unseres Referenten vielleicht schon wohlbekannt sein. Aber eine Verkörperung des Protagonisten persönlich zu erleben, dazu haben Sie an diesem Abend die Gelegenheit!

Der außerordentlichen Qualität des Textes wäre eigentlich nichts hinzuzufügen und die theatrale Realisierung will vor allem diesem Text dienen. SIe betont nicht nur die changierende Identität der Figur, sondern versetzt auch das Publikum implizit in eine Rolle. Dadurch kann Leichtigkeit und Genuss an den komischen Aspekten ebenso verstärkt werden wie die Berührung durch die Tragik und die Konfrontation mit Fragen und Fragwürdigkeiten der „zivilisierten Welt“.

Spiel: Herbert Gerstberger | Regie: Felicitas Miller

Termine:

22. jan 2020  19 Uhr | kultursalon

29. jan und 1. feb 2020 | Berlin

 

25. märz 2020 19 Uhr | kultursalon

 

27. märz 2020 19 Uhr | Wetzlar Stadtbibliothek

3. apr 2020 20 Uhr | KuKuK Aachen


quanten und andere Rätsel  3. märz | 10 uhr

Geschlossene Gruppe – neue Beitritte auf Anfrage.
Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13

philosophie | 3. märz |  19 uhr

mit Andreas Steffens und dem Künstler Matthias Neumann
Matthias Neumann ist Musiker und Fotokünstler.
Um Anmeldung wird gebeten. Da die Teilnehmerzahl räumlich begrenzt ist, wird besonders gebeten, zeitig mitzuteilen, wenn eine Teilnahme trotz Anmeldung nicht möglich sein sollte.
Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13
Email: andreassteffens@gmx.net  Tel. 0152 / 09 81 67 31

 


buchvorstellung  |  26. feb  | 19 uhr

Arbeiten am Widerspruch – Friedrich Engels zum 200. Geburtstag

hrsg. von Rainer Lucas, Reinhard Pfriem, Dieter Westhoff, Metropolis Verlag Januar 2020

mit Rainer Lucas und den Mit-Autor*innen Uta von Winterfeld und Ulrich Klan

 

26. feb 2020  19 Uhr | kultursalon

 Das Foto zeigt ein in der historischen Bandweberei Sohn von Siegfried Sohn hergestelltes Band zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels:
Wir haben einen interessanten und anregenden Abend zum Engelsbuch  erlebt.
Der Buchbeitrag von Uli Klan, den er in Teilen vorlas, kritisiert Engels Alleinvertretungsanspruch und Wissenschaftsgläubigkeit mit Bezug auf die anarchistischen und utopistischen Vorläufer und Konkurrenten. 
Prof.Dr.Uta von Winterfelds Zusammenfassung ihres Briefartikels anhand ihrer Powerpointpräsentation wirft einen spezifisch weiblichen und aus feministischer Sicht auch kritischen Blick auf Engels' Auslassungen zur Frauenfrage/Emanzipation.
Insgesamt war die Diskussion im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und (utopischer !) Lebenswelt zwischen den Autor*innen, unterfüttert auch mit Informationen und Argumenten des Herausgebers Rainer Lucas, und den übrigen Teilnehmenden  sehr ergiebig.

 

 


projektvorstellung  |  22. feb


Ein Comic über Echnaton und Nofretete – Zum Verhältnis von Bild, Geschichte und Wahrheit

In unserem Comic "Am Horizont ein Licht" geht es um Aufstieg und Untergang des Pharaonenpaars Echnaton und Nofretete. Aber was ist wahr an der Geschichte und was erfunden? Wie wird diese Wahrheit produziert und verbreitet? Ihr seid eingeladen mit uns über Fakten und deren Bedeutung anhand eines spannenden Comics nachzudenken.

Mit Caspar von Reumont (Uni Köln) und Till von Reumont

Zum Verhältnis von Bild, Geschichte und Wahrheit die spannende Vorstellung des Comic Projekts „Am Horizont ein Licht" samt Live Zeichnen des Autors und Zeichners Caspar von Reumont. Wir bekamen Einblicke in das Genre "Comic", in die Problematik einer narrativen Darstellung historischer Gegebenheiten und den künstlerischen Werdegang unseres Gastes als Amateur und Autodidakt. Die technische Seite des Projekts wurde professionell von Till von Reumont geleistet.    

 


widerstand im nationalsozialismus  2  |  21. feb

die weiße rose

Die Historikerin Beatrix Burghoff stellt neue Forschungsergebnisse vor (Referat / Film)

 Zu unserer Reihe  "Widerstand im Nationalsozialismus“ trug die Historikerin Beatrix Burghoff als zweites Beispiel  einen Bildvortrag zur Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ bei:  ein  äußerst erhellender Einblick in neue Forschungsergebnisse, durch welche die Ambivalenz und Mehrschichtigkeit dieser Gruppe aufgezeigt wurden. In diesem Zusammenhang diskutierten wir auch die Reichweite des Begriffs „Widerstand“.
 

quanten und andere rätsel  | 18. feb  | 10 uhr

Geschlossene Gruppe – neue Beitritte auf Anfrage.

Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13


philosophie | 13. feb |  19 uhr

Andreas Steffens

 

In der Philosophierunde mit Andreas Steffens und dem Künstler Frank Hinrichs ging es im Rahmen des bisherigen Diskurses über Welt und Natur („Die zu rettende Welt“) um eine Gegenüberstellung von Naturprozess und künstlerischem Schaffensprozess. Besonders beeindruckend waren die drei exemplarischen Werke zusammen mit den Mitteilungen Franks zu seinem kreativen Prozess. Nach den äußerst lebhaften und wertvollen Gesprächen freuen wir uns auf die Fortsetzung dieses Zugangs.
 

Um Anmeldung wird gebeten. Da die Teilnehmerzahl räumlich begrenzt ist, wird besonders gebeten, zeitig mitzuteilen, wenn eine Teilnahme trotz Anmeldung nicht möglich sein sollte.
Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13
Email: andreassteffens@gmx.net  Tel. 0152 / 09 81 67 31


widerstand im nationalsozialismus  1  |  9. feb

georg elser

Filmabend: Elser – Er hätte die Welt verändert (2015)

Einführung zur Zeitgeschichte, zur Person und zum Film von Hermann Schulz


philosophie  |  21. nov 19 | 12. dez 19 | 23. jan 20

andreas steffens – die zu rettende welt

Nach einem dreißigjährigen künstlichen Koma kehrt die Ökologie angesichts der dramatischen Auswirkungen des Klimawandels ins allgemeine Bewusstsein zurück. Der Ton ist apokalyptisch. Erneut geht die Parole um von der „Rettung der Welt“.
Um was genau aber handelt es sich dabei? Was kann, was muss gemeint sein, wenn von der „Welt“ geredet wird? Welche Welt ist zu retten? Welche muss gerettet werden, und welche kann gerettet werden?

Unter allen tatsächlichen und selbsternannten Experten kommen in der aktuellen Diskussion die ältesten für diese Fragen nicht zu Wort: Philosophen bleiben ungefragt und schweigen. Das ist ebenso erstaunlich wie verständlich. Mit der Verwissenschaftlichung der Philosophie zu einem akademischen Fach verabschiedeten sie sich mit dem Verzicht auf Metaphysik von ihren ältesten Fragestellungen. Seitdem kommt die Welt bei ihnen nicht mehr vor. In drei Sitzungen im kultursalon erörtert der Philosoph Andreas Steffens diese Problematik anhand von Zeugnissen aus der Musik, der Literatur und der Bildenden Kunst. In Wuppertal vor allem als Kunsttheoretiker und –vermittler bekannt, genießt er als Kulturanthropologe wachsendes Renommee. Seit zwei Jahrzehnten widmet er sich einer Philosophie der „Weltaufmerksamkeitt“. In deren Zentrum steht die Idee des „Unverfügbaren“: von Natur aus ist der Mensch für sein Dasein in der Welt am mangelhaftesten ausgerüstet. Die Welt wirkt im Menschen ebenso stark wie er in ihr. Indem wir die natürlichen Bedingungen unseres Lebens erfüllen, können wir nicht anders, als die Welt durch ihre Nutzung zu verändern. Unsere Existenz beruht auf dem Paradox, schonen zu müssen, was wir brauchen müssen. Literatur Andreas Steffens, Rückkehr zur Welt, in: ders., Christine Pries, Wilhelm Schmid, Hg., Nach der Postmoderne, Düsseldorf 1992 Andreas Steffens, Philosophie des 20. Jahrhunderts oder Die Wiederkehr des Menschen, Leipzig 1999 Andreas Steffens, Ontoanthropologie. Vom Unverfügbaren und seinen Spuren, Wuppertal 2011 Andreas Steffens, Die Narbe oder Vom Unerträglichen. Versuch über Unglück, Wien 2017 Andreas Steffens, Landgänge. Mensch und Meer, Wien 2019

Um Anmeldung wird gebeten. Da die Teilnehmerzahl räumlich begrenzt ist, wird besonders gebeten, zeitig mitzuteilen, wenn eine Teilnahme trotz Anmeldung nicht möglich sein sollte.

Email: H_Gerstberger@web.de  Tel. 0178 / 285 78 13
Email: andreassteffens@gmx.net  Tel. 0152 / 09 81 67 31

farewell and welcome –
am handschlag der jahrzehnte
wandern wir durch diese zeiten
alle hand in hand

Liebe Freundinnen und Freunde,

an diesem Jahreswechsel und in diesen Zeiten wünschen wir euch – uns allen – eine gute Verteilung von erhellendem Licht und erquickendem Schatten im persönlichen Leben.

Aber sowohl zuviel Licht als auch Schatten können ja im größeren Zusammenhang auch bedrohlich sein. Wir danken euch für eure Mitwirkung an dem, was unter dem Namen „Kultur“ dazu beitragen will, die Weltläufte besser zu verstehen, zu ertragen und vielleicht sogar im Kleinen ein wenig zu verbessern. In der Hoffnung, dass es in diesem Sinne mit uns allen und dem Kultursalon weitergeht, grüßen wir euch herzlich!

Eure Felicitas und Herbert


2019


stollen + tee + rotwein lese-session 23.12.2019

Gästebeitrag von Monika H. : Beispiele der Kärtchen für alle mit einem Zitat zum Vorlesen: 


theaterabend 10. dez 19

Frank Kafka: Ein Bericht für eine Akademie

Sie sind herzlich eingeladen, einer sehr besonderen Sitzung einer nicht näher bezeichneten Akademie beizuwohnen, irgendwann – sei es im Jahr 1917 oder 2019. Der einzige Tagesordnungspunkt ist der Bericht eines „gewesenen Affen“ über seinen fünfjährigen Lernprozess, der ihm Einlass in die „Menschengemeinschaft“ verschafft hat. Für die Akademie wird dieser Bericht zwar „nichts wesentlich Neues beibringen“ – und auch den hochverehrten Zuschauerinnen und Zuschauern wird die Rede unseres Referenten vielleicht schon wohlbekannt sein. Aber eine Verkörperung des Protagonisten persönlich zu erleben, dazu haben Sie an diesem Abend im No10 kultursalon die Gelegenheit!
Der außerordentlichen Qualität des Textes wäre eigentlich nichts hinzuzufügen und die theatrale Realisierung will vor allem diesem Text dienen. Sie betont nicht nur die changierende Identität der Figur, sondern versetzt auch das Publikum implizit in eine Rolle. Dadurch kann Leichtigkeit  und Genuss an den komischen Aspekten ebenso verstärkt werden wie die Berührung durch die Tragik und die Konfrontation mit Fragen und Fragwürdigkeiten der „zivilisierten Welt“.


eröffnung! 9. und 16. nov

Wenn auch im  „traurigen" Monat November –  es gibt ein freudiges Ereignis:
In der bunten Szene des Tals soll ein neuer Farbtupfer blinken: Wir gründen den No10 kultursalon.

Unter diesem Namen wollen wir unseren bisherigen Aktivitäten in Küche, Haus und Straße einen Namen und ein Format geben, sie fortsetzen und nach Kräften intensivieren und erweitern, frei nach Christian Morgenstern: " … weil sein darf, was sein kann …"

No10 kultursalon • Nornenstraße 10  •  42277 Wuppertal
Wir werden bei Sekt und Selters, Wein und Fingerfood unsere Pläne und Vorschläge für die kommenden Monate vorstellen.


so war die eröffnung – danke!!

Hier ein kurzes Résumé zum Start des No10 kultursalons:

Wir haben uns über die zustimmenden Rückmeldungen auf unsere Einladung von über 50 Menschen sehr gefreut!
Euer aller offenes und engagiertes Mitmachen war der Stoff, aus dem die Abende gelingen konnten und aus dem das ganze Projekt weiterhin gelingen wird.
So haben wir am 9. November nach Beiträgen zu den Daten 9.11.1918 und 9.11.1938 eine lange Gesprächsrunde mit sehr persönlichen Berichten zu den deutsch-deutschen Ereignissen im Jahr 1989 erlebt. Am 16. November gab es zum Thema „Fremdheit“ ein paar Beiträge von Mascha Kaléko und nach dem Anhören unseres Hörspiels „Stimmen zur Stimmung“, in dem durch fiktionale Statements von fiktiven Anwohnern ein realer Konflikt dargestellt wird, ebenso intensive Reflexionen. Das Gespräch stellte die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt und führte zu einer harschen Kritik an der Autogesellschaft.
Dank an alle dafür !

Abschließend ein Überblick von beiden Abenden über die vielfältigen Anregungen, Angebote und Wünsche:

  • Fortsetzung des Quantenseminars (Herbert Gerstberger)
  • Philosophietreff „Zeit zu denken“ (Andreas Steffens)  Fortsetzung am 12.12. und 23.1.2020(Neue Interessenten bitten wir um Anmeldung.) 

  • Rassismus(Cecil Arndt) 

  • Lesung eigener Texte (H+F + Gäste)    
  • Impulsworkshop Heyoka Humorstrategie (Barbara Müller) 

  • Aufführung des „Bericht für eine Akademie“ für Familie Sohns Freundeskreis und andere am 10. 12 2019 um 19 Uhr (H+F)
  • Zeitenspaziergang: physikalische und menschliche Zeit mit theatralen Mitteln gegangen (H+F)
  • Fremdheit - literarisch und theatral erkundet (H+F) 

  • Historischer Vergleich: Der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands ( DDR) und Der Bund, Gesellschaft zur geistigen Erneuerung (Wuppertal, BRD) nach 1946, (Beatrix Burghoff)
  • Verbindung von narrativer und visueller Kunst (Comic) am Beispiel der Jäger- und Sammlergesellschaften (Frederik von Reumont)
  • Comicworkshop (Frederik von Reumont)
  • Geführter Spaziergang durch Wichlinghausen (Siegfried Sohn)
  • Diskussion zu Religion aus humanistischer Sicht (Till von Reumont)
  • Formen des Widerstands unter der Herrschaft des Nationalsozialismus:

     1. Neue Erkenntnisse zur Gruppe „Die Weiße Rose“ (Beatrix Burghoff)
     2. Vorführung des Films über Georg Elser (mit einer Einführung von Hermann Schulz) am 9.1.2020.
    3. Ein Beitrag zu der Gruppe „die Edelweißpiraten“ wäre auch noch denkbar – wer will das machen ?

Überraschend: was „alles sein kann“! Wir arbeiten jetzt an dem, was sein wird. DANKE !

 

Und besonderen Dank noch einmal für Mitwirkung und Unterstützung an:
Uli Klan (Musik und Beiträge rund um das Datum 9.11. ), 
Andreas Steffens (Texte zum Datum und zum Philosophietreff), 
Siegfried Sohn (für das Friedrich-Engels-Band, von ihm selbst produziert in der historischen Bandwirkerei Sohn)
, Till von Reumont von soundsprofessional (tontechnische Produktion und Präsentation unseres Hörspiels „Stimmen zur Stimmung“)
, Beate Sonneborn von sonneborndesign (Gestaltung und Produktion unseres Logos),  
Birgit Pardun von orangsch für die Einrichtung und Gestaltung unserer Homepage: www.no10-kultursalon-wichlinghausen.de

Das gewebte Band zum Engelsjahr, hergestellt von Siegfried Sohn auf dem alten Bandwebstuhl in der Bandweberei Sohn, Nornenstr. 11.


9. nov 2019


16. nov 2019


2014 + 2016

die straße liest

Es haben ihre eigenen Texte  gelesen: Mersiha Ekic-Garbe, Christiane Gibiec, Jürgen Kasten, Karl-Otto Mühl, Dorothea Müller, Hans Werner Otto und Hermann Schulz. Musik gab’s von Christoph Neher und Mickey Neher-Warkocz.

dez 2015

Karl Otto Mühl – im quantenseminar

Danach waren wir, Mann und Frau, im Quantenseminar, so nennen wir es. Fünf Freundinnen und Freunde steigen mit uns die steile Treppe zu einer alten Fabrikhalle empor, die zwei kluge Menschen, Herbert und seine Frau, sich auf bestechende Art als Wohnung eingerichtet haben. Ich liebe solche Wohnungen. Manche schaffen es doch, auszusteigen, denke ich neidisch, während ich die alten Möbel, die Plakate, Bilder und Zeichnungen an den Wänden, den Nippes und eine Art von Staffelei mit weißen Blättern betrachte. Mich tröstet der Gedanke, dass wir auch eine Art von Aussteigern sind – zwei alte Menschen, die in die Malschule gehen und hier ins Quantenseminar.
Die Formel für die Lichtgeschwindigkeit ist schon auf der Staffelei zu lesen: 300.000 Kilometer pro Sekunde. Manche sagen so, manche so, erklärt Professor Herbert zunächst einmal auf unsere Frage. Wir erfahren, was wir längst wissen müssten: Was ein Tisch ist, weiß keiner, aber wir haben uns ein Modell ausgedacht, und mit dem gehen wir um. So machen wir es mit den Strahlen und den Teilchen und mit allem, was wir vorher für feststehend hielten. Wir sind blinde Träumer, die meinen, durch strahlendes Licht zu gehen, denke ich.
Als wir nach zwei Sunden auf die Straße treten, denke ich noch stärker: Was für eine unwirkliche Wirklichkeit ringsumher! Wird sie immer noch so sein, wenn ich weg bin? Die Bäume und Häuser in der steilen Straße beugen sich über mich. Ich glaube,
auch sie sind ratlos. Um mich herum trockener, sonniger Wintertag. Einige stumme Menschen laufen wie ziellos auf der Straße herum, wie Satzzeichen meiner Existenz. Die Anderen bestimmen mein Leben, geben aber keine Orientierung. Bei diesen Worten würden Herbert und vielleicht auch Einstein verstehend lächeln und die Relativitätstheorie vor Augen haben.
Wieder daheim, telefoniere ich mit einem befreundeten Psychologen. Er behauptet, ich und so viele Andere interessierten sich so sehr für die Quanten-Elektronik, weil sie meinen, Gott wäre dann wieder denkbar.