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AKTUELLES 17                                         06.08.2021  Hiroshimatag

 

Some say the world will end in fire,
some say in ice.
From what I tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice
I think I know enough of hate
to say that for destruction ice
is also great
and would suffice.

Robert Frost (1874-1963)

Manche sagen, die Welt werde in Feuer untergehen,/manche sagen in Eis./ Davon, was ich von Begierde geschmeckt habe,/halte ich es mit jenen, die Feuer favorisieren./Aber wenn sie zweimal untergehen müsste,/denke ich, dass ich genug von Hass weiß/ um zu sagen, dass zum Zerstören Eis/auch großartug ist/und genügen würde. (F.M.)

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

mit den täglichen Nachrichten von Feuer und Wasser wird die Metaphorik dieses Gedichts von 1920 für uns in besonderer Weise angereichert und aktuell. Dies lässt darüber nachdenken, wie die psychischen und sozialen Momente von Begierde und Hass nicht nur auf die Gesellschaft, sondern letztlich auch auf den physischen Zustand des Planeten wirken können.

Wir schreiben euch von unserem sommerlichen Aufenthalt in Westirland, wohin wir zufällig gerade noch vor den großen Fluten in Deutschland gelangt sind. So haben wir nur aus der Ferne die Katastrophe mitbekommen. Vor allem zwei Familien aus unserem Freundeskreis hat es sehr schwer getroffen. Dazu kam dann auch noch der große Chemieunfall in Leverkusen. Wir hoffen sehr, dass Ihr mit euren Lieben persönlich unbehelligt geblieben seid. Schock und Sorge bedrängen uns wohl alle; selbst hier in unserer Nachbarschaft sind die Menschen entsetzt, wenn sie die Nachrichten und Bilder sehen. 

Auf dem Hintergrund all dessen stellt sich für uns die Frage, ob unser kleines Projekt No10 kultursalon nicht eine belanglose oder gar beschwichtigende Spielerei sei. Unter diesem Aspekt haben wir unsere bisherigen Aktivitäten nochmals kritisch angeschaut:

  • Die Philosophiereihe des Kultursalons hat Andreas Steffens vor zwei Jahren mit Betrachtungen zur prekären Weltsituation begonnen, was dann bald mit der Corona-Pandemie an Aktualität gewann. Dass wir es jetzt mit weiterem drastischen Geschehen zu tun haben, gibt diesem Diskurs tragischen Rückenwind. Zwischen den Polen eines verzweifelten Fatalismus (Wolfgang Hildesheimer u.a.) einerseits und eines zukunftsorientierten Prinzip Verantwortung (Hans Jonas) andererseits haben wir einige Wege des Denkens und möglichen Handelns erkundet und diskutiert. 
  • In unserer Zeitzeugenreihe zum 8. Mai 1945 gaben Berichte aus der Perspektive damaliger Kinder Einblicke in den historischen Moment der formellen Beendigung des 2. Weltkriegs. Diese persönlichen Dokumente stellen das Erleben und Leiden von Kindern in einer Katastrophenzeit dar. 
  • In der Reihe zum Engelsjahr sind implizit Verbindungen zu Not und Elend im Frühkapitalismus gegeben, explizit wurde über heutige politische Bewegungen in Südamerika berichtet, die sich für ein menschenwürdiges Leben einsetzen. 
  • In dem Projekt Frauen reden reicht in den Beiträgen die Bandbreite der Herausforderungen, mit denen die Autorinnen konfrontiert waren, von privaten bis zu weltgeschichtlichen Erschütterungen. Die Frauen haben verschiedene Wege geschildert, sich diesen Situationen zu stellen. Das kann Mut und Hoffnung geben.

Bei den Anstrengungen, die wir unter dem Begriff Kultur unternehmen, bewegen wir uns suchend zwischen den Polen des „Schönen, Wahren, Guten“ und der „Schlechtigkeit der Welt“. Es geht uns zunächst um Aufklärung und Reflexion. Hannah Arendts Maxime „Ich will verstehen“ ist schon ein hohes Ziel. Bei ihrer Gegenüberstellung von vita activa und vita contemplativa kann unser Schwerpunkt nur auf Letzterem liegen. Dies bedeutet jedoch keineswegs passives Zuschauen, vielmehr hoffen wir, dass unser Projekt mittelbare Wirkungen hat.

In diesem bescheidenen Sinne stellen wir jetzt die nächsten Aktivitäten und Termine vor und hoffen, gerade auch durch eure Beteiligung und Resonanz  die verschiedenen Sichtweisen, Standpunkte und Handlungsoptionen weiter zu klären.

 

 

Wir wollen die schon begonnenen Reihen fortsetzen:

 Das  Projekt „Frauen reden“ und die Philosophierrunde

„Zeit zu denken“ werden im Oktober weitergeführt.

Auch die „Quanten und anderen Rätsel“ werden wir wieder aufgreifen.

 

Einige Veranstaltungen können wir schon mit Termin ankündigen:

3. September 2021 um 17 Uhr
Buchvorstellung
„Der Tag, an dem ich Engels begegnete ...“

Es handelt sich um die Vorstellung eines besonderen Buchprojektes zum Engels-Jubiläum 2020.

Studierende des Faches Geschichte der Bergischen Universität, Studierende des Bergischen Kollegs Wuppertal, die das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg absolvieren, Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau sowie aus der Stadt Engels in Russland haben an einem Projekt

„Kreatives Schreiben an und über Friedrich Engels

teilgenommen. Das unter der Leitung von Beatrix Burghoff und Prof. Dr. Wolfgang Heinrichs durchgeführte Projekt wurde historisch und schriftstellerisch begleitet von Professoren, Lehrerinnen, Schriftsteller*innen und Mitarbeiter*innen des „Zentrums für Stadtgeschichte und Industriekultur“ (MIK) sowie des Wuppertaler Stadtarchivs.

Aus den vielen eingereichten Ergebnissen entstand ein Buch, zu dessen Präsentation Sie herzlich eingeladen sind! Sie erwartet u.a. die Vorstellung einzelner Texte des Bandes durch die jungen Autorinnen und Autoren.

Im Anschluss werden Initiator*innen und Mitwirkende an dem Projekt in einem Gespräch mit dem No10 kultursalon weitere Auskünfte geben.

Die Veranstaltung findet in Form eines zoom-meetings statt.
Hier die Verbindungsdaten:

https://uni-wuppertal.zoom.us/j/99839879335?pwd=cVhCQ1NWM3NuNGk2RXlCQ3d0QXZ0dz09

Meeting-ID: 998 3987 9335

Passwort: HatEQLr1

 

Der Link zum Buch lautet:

 

http://elpub.bib.uni-wuppertal.de/edocs/dokumente/fba/geschichte/publikationen/engels/dtadieb.pdf

 

 

 

 

23. Oktober 2021 um 19 Uhr
Theateraufführung
„Striptease“ 
Einakter von Sławomir Mrożek

Mit Stefan und Hans Werner Otto 

Kontrabass: Barbara Jansen. 

Mitarbeit: Bénédicte Billiet

 

Zwei Herren treffen in einem Raum aufeinander. Sie haben keine Ahnung, wo sie sind. Auch nicht, wer oder was sie überhaupt dazu gebracht hat, hierher zu kommen. Die Tür steht noch offen. Sollten sie nicht schnell wieder hinausgehen? Darüber muss man erst mal reden. Aber gründlich. 

 

 

30. und 31. Oktober 2021

WOGA 

Als No10 kultursalon  beteiligen wir uns wieder mit einer Ausstellung
an der Veranstaltung
WUPPERTALER OFFENE GALERIEN UND ATELIERS

 

19. November 2021, 19 Uhr

„Lasset uns darum  d e n k e n !

 Zurückdenken! Nachdenken! Vorausdenken! Umdenken!“

 

Ein Abend zum Leben und Wirken von  Anna Haag (1888-1982)

Die Stuttgarter Schriftstellerin und Politikerin Anna Haag (1888-1982) hat durch ihren wesentlichen Beitrag zur Einführung des grundgesetzlichen Rechts auf Kriegsdienstverweigerung Bedeutung erlangt; sie führte von 1940 bis 1945 ein geheimes Tagebuch, in welchem sie die Verhältnisse im nationalsozialistisch beherrschten Deutschland und die Kriegsereignisse aus ihrer unmittelbarer Erfahrung, aber auch kritisch reflektierend und oft sarkastisch kommentierend widerspiegelt. Da sie dabei aus ihrer oppositionellen Haltung keinen Hehl macht, war dies ein gefährliches Unterfangen. Sie tarnt daher ihre Aufzeichnungen als Schulhefte und versteckt sie im Kohle- und Kartoffelkeller ihres Hauses in Stuttgart-Sillenbuch. Nach einer schwierigen Publikationsgeschichte wurden sie erst 2021 vollständig herausgegeben

 

  

11. November 2021,  20 Uhr

Im Tal und darüber hinaus
eine Lesung mit Dieter Jandt
Fotos von Guntram Walter

„Dies sind 25 meist kurze, unzusammenhängende Texte aus dem Tal:
Beobachtungen, Vermutungen, Geschichten und kleine Spielstücke.

Ich betrachte diese Stadt als eine sehr beschreibenswerte, in ihrer Vielfalt, mit all ihren Brüchen, Kontrasten, mit ihren scheinbar unstimmigen Bildern und urigen Figuren. Und dennoch war es mir immer wieder ein Anreiz, auf die Hügel zu steigen, um zu sehen, was es sonst noch zu entdecken gibt, jenseits des Tals.

Eine Lesung mit Fotos von Guntrum Walter, der sich monatelang in der Stadt umgetan und daraus ein Buchprojekt entwickelt hat.“ (Dieter Jandt)

 

 

Wir freuen uns, wenn wir uns bei der einen oder anderen Veranstaltung  wieder begegnen und wünschen euch bis dahin eine gute Zeit!

Eure

Felicitas und Herbert


Wie schon mitgeteilt, hat das Wuppertaler soziokulturelle Zentrum LOCH uns eingeladen, unser Theatertück

Franz Kafka: Ein Bericht für eine Akademie 

im Rahmen der Reihe digital stage zu spielen, worüber wir uns sehr freuen! 

Es ist als livestream am 29. Juni um 20 Uhr zu sehen; dieser kann dann über die Webseite des LOCH aufgerufen werden:;

https://loch-wuppertal.de

 

Das gesamte aktuelle Programm des LOCH, insbesondere mit weiteren Abenden des Formats digital stage, findet sich auf facebook: 

https://www.facebook.com/LOCHLOCHLOCHLOCH/posts/192193686244534

 


 

BILDER VON UNSEREM BEITRAG ZUR WOGA 2020